Cardigan-Ärmel häkeln: Zwei gleiche Ärmel Schritt für Schritt
Zwei passende Ärmel beginnen mit denselben Maßen und einer klaren Reihenfolge. In dieser Anleitung häkelst du zwei flache Ärmelteile vom Handgelenk nach oben. Sie werden durch regelmäßige Zunahmen breiter und haben oben eine gerade Kante. Diese einfache Form passt zu einem Cardigan mit überschnittener Schulter und passendem, eher geradem Armausschnitt. Hat dein Cardigan eine geformte Armkugel, brauchst du am oberen Ende eine darauf abgestimmte Form; die hier angegebenen Zahlen lassen sich dafür nicht unverändert übernehmen.
Hier geht es nur um das Häkeln der Ärmelteile. Das Schließen und Einnähen der Ärmel gehört in die separate Anleitung zur Montage des Cardigans.
Material und Vorbereitung
- Dasselbe Garn wie für den Cardigan und eine passende Häkelnadel
- Maßband, Maschenmarkierer und Papier für deine Notizen
- Eine gewaschene oder entsprechend dem späteren Projekt behandelte Maschenprobe
Für das Beispiel verwenden wir halbe Stäbchen (hStb) in Reihen. Die Wendeluftmaschen zählen dabei nicht als Masche. Wenn dein Cardigan ein anderes Muster hat, häkle die Ärmel im dazu passenden Muster und berechne die Zahlen mit dessen eigener Maschenprobe.
Schritt 1: Maße nehmen und die Maschenprobe prüfen
Miss den gewünschten Umfang am Handgelenk, den Umfang am Oberarm und die Länge vom Handgelenk bis zum oberen Ärmelrand. Plane bei den Umfängen etwas Bewegungsfreiheit ein. Achte besonders darauf, dass die spätere Öffnung an der Hand bequem über die Hand passt. Bei einem Cardigan mit überschnittener Schulter muss der obere Ärmelrand außerdem zur dafür vorgesehenen Armausschnittkante passen.
Häkle ein Probestück aus demselben Garn, mit derselben Nadel und mit halben Stäbchen. Miss Maschen und Reihen über jeweils 10 cm in der Mitte des Probestücks. Notiere beide Werte. Wenn du den fertigen Cardigan später wäschst oder blockst, behandle die Maschenprobe vor dem Messen entsprechend und lass sie trocknen.
Schritt 2: Startmaschen und Zunahmen berechnen
Rechne die Maschenprobe auf einen Zentimeter um: 12 Maschen auf 10 cm ergeben 1,2 Maschen pro Zentimeter. 10 Reihen auf 10 cm ergeben eine Reihe pro Zentimeter.
Ein durchgehendes Beispiel für beide Ärmel:
Maß oder Ergebnis
Beispiel
Maschenprobe 12 hStb und 10 Reihen auf 10 cm
Geplanter Umfang am Handgelenk ca. 20 cm
Geplanter Umfang am Oberarm ca. 33 cm
Ärmellänge ca. 45 cm
Maschen in der ersten Reihe 20 × 1,2 = 24 hStb
Maschen am oberen Rand 33 × 1,2 = 39,6 ≈ 40 hStb
Gesamtzahl der Reihen 45 × 1 = 45 Reihen
Von 24 auf 40 Maschen fehlen 16 Maschen. Wenn du in einer Zunahmereihe am Anfang und am Ende je eine Masche ergänzt, erhältst du zwei zusätzliche Maschen. Du brauchst also acht Zunahmereihen: Reihe 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35 und 40. Die Reihen 41 bis 45 häkelst du ohne weitere Zunahme.
Diese Zahlen sind ein Rechenbeispiel. Miss für deinen eigenen Cardigan Handgelenk, Oberarm und Ärmellänge und rechne mit deiner Maschenprobe. Prüfe, ob die Öffnung am Handgelenk bequem über die Hand passt; die spätere Naht nimmt etwas Breite weg.
Schritt 3: Den ersten Ärmel am Handgelenk beginnen
Schlage für das Beispiel 26 Luftmaschen an. Häkle in die dritte Luftmasche ab der Nadel und dann in jede weitere Luftmasche ein halbes Stäbchen. So hat Reihe 1 genau 24 hStb. Häkle zwei Wendeluftmaschen, wende die Arbeit und arbeite Reihe 2 bis 4 mit jeweils 24 hStb. Die Wendeluftmaschen zählen nicht mit; häkle das erste hStb in die erste Masche der Vorreihe.
Zähle jede Reihe kurz nach. Ein Maschenmarkierer an der ersten und letzten Masche hilft dir, am Rand keine Masche zu übersehen.
Schritt 4: Den Ärmel gleichmäßig verbreitern
In Reihe 5 häkelst du zwei hStb in die erste Masche und zwei hStb in die letzte Masche; alle Maschen dazwischen häkelst du einzeln. Nun hast du 26 Maschen. Die Reihen 6 bis 9 bleiben ohne Zunahme. Wiederhole dieselbe Zunahme in Reihe 10. Fahre nach diesem Rhythmus bis einschließlich Reihe 40 fort. Nach der letzten Zunahme hast du 40 Maschen.
Schreibe die Zunahmereihen beim Arbeiten auf. Lege das Teil zwischendurch flach hin und prüfe die Breite. Weicht sie deutlich von deiner Planung ab, kontrolliere zuerst Maschenzahl und Maschenprobe, bevor du weiterhäkelst. Die beiden Außenkanten sollen möglichst gleichmäßig verlaufen.
Schritt 5: Die gewünschte Länge erreichen
Häkle Reihe 41 bis 45 mit jeweils 40 hStb. Lege den Ärmel flach hin und miss vom unteren bis zum oberen Rand. Im Beispiel beträgt die geplante Länge etwa 45 cm. Ist dein Ärmel trotz 45 Reihen kürzer oder länger, vergleiche die tatsächliche Reihendichte mit deiner Maschenprobe. Richte dich nach der benötigten Länge, nicht blind nach der Beispielzahl.
Beende die Arbeit mit einem ausreichend langen Fadenende und notiere alle tatsächlich gehäkelten Reihen und Zunahmen. Dieser Ärmel ist jetzt als flaches Teil fertig; der obere Rand bleibt gerade. Ob er zum Armausschnitt deines Cardigans passt, prüfst du noch einmal vor der späteren Montage.
Schritt 6: Den zweiten Ärmel genauso häkeln
Beginne den zweiten Ärmel mit derselben Startmaschenzahl, demselben Garn, derselben Nadel und demselben Muster. Wiederhole jede notierte Zunahme in genau derselben Reihe. Im Beispiel heißt das: 24 Maschen am Anfang, Zunahmen in den Reihen 5 bis 40 im Fünferabstand und 45 Reihen insgesamt.
Lege beide fertigen Ärmel flach nebeneinander. Vergleiche die Länge, die Breite unten und oben sowie den Verlauf der Zunahmen. Falls dein Garn nach dem Waschen seine Maße verändert, behandle beide Ärmel gleich und vergleiche sie erst nach dem vollständigen Trocknen.
Häufige Fehler
Ein Ärmel wird breiter als der andere. Zähle die Maschen nach jeder Zunahmereihe und vergleiche die beiden Notizen.
Die Ränder verlaufen ungleichmäßig. Prüfe, ob du die erste und letzte Masche jeder Reihe wirklich getroffen hast und ob beide Zunahmen in derselben Reihe liegen.
Die obere Breite passt nicht zum Cardigan. Prüfe die Öffnung am Rumpf und die tatsächliche Maschenprobe. Passe die geplante Zahl der Zunahmen an, bevor du den zweiten Ärmel häkelst.
Der Ärmel ist zu kurz. Ergänze oben Reihen ohne Zunahme und notiere die neue Gesamtreihenzahl für den zweiten Ärmel.
Häufige Fragen
Brauche ich für jeden Ärmel eine neue Maschenprobe? Normalerweise nicht, solange Garn, Nadel, Muster und Maschenspannung gleich bleiben. Vergleiche die Maße aber während der Arbeit.
Kann ich dieses Beispiel für jeden Cardigan verwenden? Nein. Die gerade Oberkante ist für einen passend konstruierten Cardigan mit überschnittener Schulter gedacht. Bei einer geformten Armkugel musst du die obere Form an den vorhandenen Armausschnitt anpassen.
Muss ich die Ärmel jetzt schon zusammennähen? Nein. Zuerst häkelst und vergleichst du beide flachen Ärmelteile. Das Schließen und Einnähen erklärst du in der separaten Montageanleitung.
Fazit
Für zwei gleiche gehäkelte Cardigan-Ärmel brauchst du Maße, eine Maschenprobe und einen festgelegten Zunahmeplan. Beginne beide Ärmel mit derselben Maschenzahl, verbreitere sie an denselben Stellen und vergleiche sie am Ende flach nebeneinander. Danach sind die Ärmelteile bereit für die Montage.




